„Step“ wird umgebaut: Nach 45 Jahren ist es Zeit für eine Veränderung

„Step“ wird umgebaut: Nach 45 Jahren ist es Zeit für eine Veränderung

02 Feb 2026

Mönchengladbach - Es ist ‚der‘ zentrale Ort für junge Menschen in Mönchengladbach. Nun beginnt die Sanierung des Kinder- und Jugendzentrums an der Stepgesstraße. Wo sonst das Leben tobt, herrscht derzeit gähnende Leere. Im Kinder- und Jungendzentrum „Step“ an der Stepgesstraße haben Anfang des Jahres die vorbereitenden Arbeiten für die Sanierung begonnen. Bauzäune wurden gestellt, Einbauten und Inventar entfernt. Nun ist das Gebäude komplett leer und der Weg frei für die eigentlichen Bauarbeiten. Insgesamt 6,9 Millionen Euro investiert die Stadt mithilfe von Fördermitteln, um das Bauwerk 45 Jahre nach seiner Eröffnung wieder zu einem ansprechenden Treffpunkt für Kinder- und Jugendliche zu machen. Dabei wird das Step auch barrierefrei und erhält einen zum Sonnenhausplatz ausgerichteten Entree-Bereich.

Wer sich das Gebäude von 1981 bei einem Rundgang erschließen möchte, braucht eine gute Orientierung. Das liegt zum einen an der verspielten Architektur des Korschenbroicher Architekten Professor Heinz Döhmen. Zum anderen wirkt sich die starke Hanglage aus. Kein Geschoss hat denselben Grundriss wie das andere. Statt durchnummerierter Obergeschosse setzt sich das Step aus Unter-, Sockel, Erd-, Ober- und Dachgeschoss zusammen. Im Innern wechseln sich kleine Räume mit großen Sälen ab, Emporen wecken Erinnerungen an Theatergebäude. Kein Raum ist wie der andere. Nur wenige haben eine einfache rechteckige Grundform. Und immer wieder gibt es kleine Nischen und besondere Orte, etwa die Kaminecke im Erdgeschoss.

All das hat das Potential, ein zauberhafter Ort für Kinder und Jugendliche zu sein. Und genau das war es jahrzehntelang. Doch nun ist es Zeit für eine Veränderung. Denn das Innenleben ist teilweise in die Jahre gekommen, und die offene Kinder- und Jugendarbeit in der Jugendkooperation Mönchengladbach-Mitte (Jukomm) hat sich längst gewandelt. Sie enthält zunehmend mehr Elemente aus der Sozialraum- und Kulturarbeit und dem Streetwork. Mit der Sanierung kann das Gebäudemanagement Mönchengladbach (gmmg) die Räumlichkeiten besser auf die heutigen Bedürfnisse abstimmen. Das Step soll nicht weniger als der zentrale Ort für junge Menschen in Mönchengladbach sein, in dem sie sich treffen, persönlich weiterentwickeln und mit anderen vernetzen können.

Gezielte Veränderungen auf allen Etagen
„Angepackt“ wird bei der Sanierung auf allen Etagen. Im Sockelgeschoss etwa wird der offene Bereich komplett neugestaltet. Der Spielebereich im Innenhof wird mit einem Sonnensegel überdacht. Im darüberliegenden Erdgeschoss erweitert das gmmg die Foyer-Fläche mit der großen Bühne. Auch ein zusätzlicher Kunst- und Aktionsraum wird eingerichtet. Zudem wird die Küche vergrößert, das Café komplett umstrukturiert und mit einer Theke ausgestattet. Wo künftig Trockenbauwände stehen sollen, kleben derzeit Panzertape-Streifen. Kreidestriche markieren die Rohre der Fußbodenheizung, sodass es bei der Verankerung des Ständerwerks nicht zu versehentlichen Treffern kommt.

Noch ein Stockwerk höher, im Obergeschoss, bietet der große Mehrzweckraum viele Möglichkeiten. Mit einer Reihenbestuhlung kann er auch für Veranstaltungen genutzt werden. Seine neue Boulder-Wand lädt zum Klettern ein. Im darüberliegenden Dachgeschoss wird unter anderem ein Medienraum und ein Aufenthaltsraum eingerichtet.

Die wohl größten Veränderungen gibt es aber im Untergeschoss, das durch einen neuen Zugang vom Parkplatz an der tieferliegenden Gebäudeseite erschlossen wird. Hier richtet das gmmg ehemalige Lagerflächen für das partizipative Jugendkulturlokal JuLooX her. Die Räumlichkeiten werden den Jugendlichen weitestgehend zur eigenständigen Nutzung überlassen. Wo sich derzeit noch blanke Betonwände zeigen, entsteht ein Jugend-Partizipations-Café mit eigener Küche und Theke, aber auch mit einer kleinen Bühne, einem Sitzbereich und einer W-LAN-Ecke. Nicht zuletzt mithilfe eines ausgearbeiteten Beleuchtungskonzeptes und eines durch Gebäudeversprünge überdachten Außenbereichs soll aus dem Keller ein Wohlfühlort werden.

Neues Entree öffnet Step zur Innenstadt und nimmt Barrieren
Neben den individuellen Veränderungen auf jeder Etage nimmt das gmmg strukturelle Verbesserungen am Gebäude vor. Alle WC-Anlagen werden modernisiert, die alte Fußbodenheizung saniert und die Energiebilanz des Gebäudes durch eine Photovoltaikanlage und eine Wärmepumpe verbessert. Trotz vieler Stockwerke und Höhenversprünge wird das Gebäude nach dem Umbau barrierearm sein. Dafür sorgen barrierefreie WC-Anlagen auf jeder Etage – aber auch mehrere Hebelifte, die kleine Höhenversprünge im Gebäude überwinden. Von zentraler Bedeutung ist darüber hinaus der neue Aufzugsturm, der an der zum Hans-Jonas-Park liegenden Gebäudekante entsteht.

Gemeinsam mit der neuen Außentreppe bildet er – neben den Eingängen an der Stepgesstraße und am Parkplatz – einen dritten Gebäudezugang, durch den auch Sockel-, Erd- und Obergeschoss künftig barrierefrei erreichbar sind. Durch die Ausrichtung zum Sonnenhausplatz und die markante ockerfarbene Gestaltung entsteht zugleich ein neuer Haupteingang und Entreebereich, der das Step stärker zur Stadt hin öffnet.

Projekt der Sozialen Stadt Gladbach und Westend
Nicht umsonst ist die Sanierungsmaßnahme Teil des Städtebauförderprogramms Soziale Stadt Gladbach und Westend, zu dem auch die bereits abgeschlossene Aufwertung des Hans-Jonas-Parks und die ebenfalls geplante Umgestaltung des Sonnenhausplatzes gehören. 2023 startete die zweite Förderphase, in der bis 2030 rund 70 Millionen Euro Fördergelder in Projekte fließen, die städtebaulichen Missständen entgegenwirken und das soziale Zusammenleben im Quartier fördern. Die Sanierung am Step ist mit 6,9 Millionen Euro veranschlagt und wird zu 80 Prozent aus den Fördermitteln von Land und Bund bezuschusst. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich rund ein Jahr dauern.

Quelle-Bild: Stadt Mönchengladbach, mit neuer Außentreppe und Aufzugsturm erhält das "Step" Gebäude einen neuen Entreebereich und mehr Barrierefreiheit.

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